
Im Oktober 2026 haben wir ein besonderes Jubiläum gefeiert: Die singularIT wird 10 Jahre alt. Was als Idee zweier Studenten begann, ist heute eine Softwareagentur mit rund 60 Menschen an zwei Standorten in Leipzig und Lübeck.
Ein Jubiläum ist ein guter Anlass, innezuhalten und zurückzuschauen. Genau das haben wir in unserem Jubiläumswebinar getan: Für jedes haben wir das Learning herausgegriffen, das uns am stärksten geprägt hat. Zehn Jahre, zehn Learnings. Aus Sicht von uns Gründern, Mattis Hartwig und Felix Hammann. Für alle, die nicht live dabei sein konnten, fassen wir sie hier noch einmal zusammen.
So begann es: Die Entstehung der singularIT
Die Geschichte der singularIT beginnt mitten im Studium: 2015 entwickeln wir die Idee, gemeinsam ein Unternehmen zu gründen, zunächst als itdevcons GbR. 2016 wird daraus die singularIT GmbH, und in Leipzig eröffnet unser erstes Büro. Mattis startet nach dem Studium seine Karriere in einer Unternehmensberatung und begleitet die singularIT zunächst aus strategischer Sicht.


Die ausführliche Chronik vom ersten Büro bis heute finden Sie in unserem Beitrag Die Reise der singularIT. Hier geht es um etwas anderes: um das, was wir auf diesem Weg gelernt haben.
Learning 1 (2017): Klein anfangen, Erfolg wenn Klienten erfolgreich sind
Am Anfang haben wir klein angefangen: ein Team, was in unser 4-Raum-Büro in der Prager Straße gepasst hat und die ersten Projekte. Für uns war schon immer wichtig: auf Augenhöhe und auf lange Sicht mit unseren Kunden zusammen arbeiten. Ein gutes Beispiel dafür ist KURZ Typofol: Angefangen hat es mit einer mobilen Anwendung für Schleifendrucker und einer Bachelorarbeit zur Möglichkeit von Kundenabwanderungsanalyse mittels Machine Learning (früher auch mal KI genannt 😉). Mittlerweile unterstützen wir an vielen Stellen zur Digitalisierung von Geschäftsprozessen.
Dieses Prinzip haben wir bis heute beibehalten. Statt mit großen Versprechen zu starten, verdienen wir uns mit schnellen Erfolgen und guter Arbeit das Mandat für größere Aufgaben. Daraus ergibt sich eine einfache Gleichung: Wir sind dann erfolgreich, wenn unsere Kunden erfolgreich sind.

Learning 2 (2018): Als Dienstleister sind die Mitarbeitenden der wichtigste Faktor
Angefangen haben wir zu zweit, doch schon bald kamen die ersten Mitarbeitenden dazu. Als Dienstleister verkaufen wir kein fertiges Produkt aus dem Regal: Was unsere Kunden bekommen, sind die Arbeit, das Wissen und die Motivation unseres Teams. Ob ein Projekt gelingt und ob wir als Unternehmen wachsen können, hängt deshalb vor allem an den Menschen bei uns.
Dabei haben wir schnell gemerkt: Es reicht nicht, clevere und fachlich starke Leute an Bord zu holen. Genauso wichtig sind der Teamfit und dass man auf einer Wellenlänge ist. Auch muss man als Unternehmen die passenden Rahmenbedingungen schaffen. Für uns heißt das: Transparenz, Fairness und Wertschätzung als Werte fest zu verankern und Freiräume zu schaffen, in denen sich die Mitarbeitenden austauschen können.
Neben unseren Firmenfeiern gibt es dafür zum Beispiel jeden Monat die Fridays Bar, eine Veranstaltung, die jedes Mal anders aussieht. Mal sitzen wir gemütlich bei einem Film zusammen, mal gibt es einen Cocktail- oder Barista-Kurs, eine gemeinsame sportliche Aktivität oder einen Gaming-Abend bei einem Leipziger E-Sport-Verein. Es ist alles dabei.

Learning 3 (2019): Gutes Tooling und die Unterstützung von Kernprozessen lohnen sich
Den richtigen Tool-Support für die eigenen Prozesse zu finden, ist enorm wichtig. Als Softwareentwickler im Herzen fällt uns das zum Glück leicht: Wir haben einen natürlichen Drang, Prozesse zu optimieren, entweder mit Standardsoftware oder, wo diese nicht ausreicht, mit individuellen Lösungen.
So haben wir schon ganz zu Beginn unser eigenes Intranet entwickelt. Als wir merkten, dass sich sehr viele gute Leute bei uns bewerben, kam recht bald ein eigenes Recruiting-Tool dazu. Damit können wir Bewerbungen besser managen und fairer, transparenter und objektiver bearbeiten. So hat sich eine Anwendungslandschaft gebildet, die es uns ermöglicht, unsere Prozesse noch effizienter und vor allem aber auch besser abzubilden.
Mit generativen KI-Modellen im Coding hat sich zuletzt noch einmal viel getan: Lösungen, die sich früher nicht gerechnet hätten, können wir heute nun wirtschaftlich umsetzen. Ein Beispiel ist unser Ausschreibungsbot. Er sucht nach unseren Kriterien passende Ausschreibungen, schlägt vor, wo sich ein Angebot lohnt, und unterstützt uns anschließend bei der Erstellung – und das ganz nach unseren Bedürfnissen auf uns maßgeschneidert. Ein anderes Beispiel ist reportIT, unsere Ergänzung zu Power BI: Damit erstellen wir aus nicht sensiblen und nicht personenbezogenen Daten innerhalb weniger Sekunden völlig flexible Auswertungen.
Einen kurzen Einblick in unsere internen Tools, vom Intranet über trackIT und das Recruiting-Tool bis zum Ausschreibungsbot und reportIT, gibt dieses Video:
Auch in der Softwareentwicklung selbst setzen wir auf gutes Tooling. Ein Beispiel: Mit unserem Cookiecutter-Template für Django starten wir neue Projekte in Minuten statt Tagen.
Learning 4 (2020): Transparenz ist Key und Unternehmenscontrolling hat einen riesigen Hebel
2020 war ein lehrreiches Jahr. Zwei bis drei Festpreisprojekte, an denen wir als Subauftragnehmer beteiligt waren, sind aus dem Ruder gelaufen, und es wurde finanziell eng. Unser Reporting lief damals nur verzögert auf Basis der Informationen aus dem Steuerbüro und unser Projektcontrolling war nur grundlegend vorhanden. Viel zu spät und zu grob, um wichtige Entwicklungen früh zu erkennen. Das war ein kostspielieger Fehler, aber wir haben daraus gelernt.
Heute sieht das ganz anders aus. In unserem Controlling-Dashboard haben wir jederzeit live den Überblick über unsere Budgettöpfe, die aktuelle Auslastung und weitere relevante Kennzahlen. Wir sehen genau, wohin unsere Zeit fließt: z.B. für Kundenprojekte, Client Development, Weiterbildung, People & Culture und interne Themen.
Gerade als Dienstleister ist das besonders wichtig. Die Balance zwischen Projektgeschäft, persönlicher Weiterentwicklung, Client Development und allen anderen Themen ist sehr wichtig, gerät aber in Phasen besonders hoher oder niedriger Auslastung schnell aus dem Blick. So sehen wir, dass wir genug abrechenbare Arbeit leisten, und können uns trotzdem bewusst Freiräume nehmen, um Themen aus Interesse zu verfolgen. Und weil unser Controlling bis auf Projektebene reicht, erkennen wir Abweichungen von der Planung und die Wirtschaftlichkeit einzelner Projekte schnell.

Learning 5 (2021): Felix & Mattis als gutes Team
2021 ist Mattis als Gründer und Geschäftsführer zurückgekehrt. Bis dahin hatte er die singularIT von der Seitenlinie begleitet, seitdem führen wir das Unternehmen gemeinsam. Noch im selben Jahr haben wir unseren zweiten Standort in Lübeck eröffnet, und seitdem ist das Team stark gewachsen: von 18 Mitarbeitenden zum Zeitpunkt von Mattis’ Rückkehr auf heute rund 60.
Dass das so gut funktioniert, hat mehrere Gründe. Uns verbindet eine Freundschaft, die weit über die Firma hinausgeht, ob beim Ski fahren, Windsurfen oder am Schachbrett. Vor allem aber haben wir gelernt, wie wertvoll ein Sparringspartner ist, und zwar auf jeder Ebene im Unternehmen. Mit einem Gegenüber kann man Entscheidungen noch einmal überdenken und Stärken und Schwächen ausgleichen. Bei uns bringt Felix stärker die technische Perspektive ein, Mattis stärker die wissenschaftliche. So beleuchten wir Themen aus mehreren Blickwinkeln.

Learning 6 (2022): Zusammen Spaß haben
Erfolge zu feiern, ist uns sehr wichtig. Im Kleinen, wenn ein Projektteam einen Projekterfolg feiert, und im Großen bei unseren Festen. Vor allem beim Sommer- und beim Winterfest kommt das ganze Unternehmen zusammen und feiert das, was wir im Jahr gemeinsam geschafft haben.
Dabei denken wir vielfältig: eine eigene Band im Büro, Besuch bei einer Kreativwerkstatt, Wildwasser-Rafting, Cocktailbar, Tanzfläche und Karaoke oder einfach ein ruhiger Raum, um miteinander zu reden oder Brettspiele zu spielen. Unser Anspruch: Die Feiern sollen im Kopf bleiben und etwas Einzigartiges haben. Und jeder soll Aktivitäten finden, bei denen er sich wohlfühlt.






Learning 7 (2023): Strategie-Retreat (man muss sich aktiv Zeit für strategische Themen nehmen)
In einer Führungsposition verliert man sich sehr leicht im Operativen. Kundenprojekte, Angebote, Personalthemen: Es gibt immer etwas, das sofort erledigt werden will. Für die wichtigen strategischen Themen bleibt dann oft zu wenig Zeit und Fokus.
Einer unserer wichtigsten Hebel dagegen ist unser Strategie-Retreat. Zu Beginn jedes Jahres nehmen wir uns eine Woche Zeit für strategische Themen: die Jahresplanung mit Blick auf KPI-Steuerung, Wachstum und strategische Ausrichtung, aber auch viele persönliche Themen wie gegenseitiges Feedback, eine Retrospektive und die Frage, wie wir unsere Zusammenarbeit und unsere Arbeit am Unternehmen weiter verbessern. Diese Woche gibt uns meist Fokus und Energie für das ganze Jahr.
Auch andere Formate helfen und sollten nicht vernachlässigt werden. Zum Beispiel den Blick vom Tagesgeschäft zu lösen, etwa der Austausch mit anderen Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern.

Learning 8 (2024): Mit steigender Größe steigen auch die Verantwortung und der Mental Load
2024 kam vieles zusammen. Von 2023 auf 2024 ist die singularIT um rund 30 Prozent gewachsen, in Leipzig sind wir in eine Stadtvilla gezogen, in Lübeck in ein größeres Büro in der Altstadt. Und privat sind wir beide in dieser Phase Väter geworden.
Mehr Mitarbeitende, mehr Kunden und mehr Projekte bedeuten auch mehr Verantwortung, und die hat man nicht nur im Büro, sondern auch ständig im Kopf mit dabei. Der Sommer 2024 war entsprechend anstrengend: Mattis war in Teilzeit-Elternzeit, und so mancher Arbeitsabend fand im Zelt statt.
Unser wichtigstes Learning aus dieser Zeit: Man muss sich auch einmal Zeit für sich selbst nehmen. Dazu gehört zu wissen, wann man sich zurücknehmen sollte und wann es doch wichtig ist, noch einmal einzugreifen. Genau diese Frage begleitet uns auch beim nächsten Learning.

Learning 9 (2025): Change Management ist nicht einfach und braucht Zeit
Durch unser starkes Wachstum war uns schon vor einigen Jahren klar, dass wir unsere Strukturen ändern müssen. Bis dahin waren wir operativ recht einfach organisiert: Unter uns in der Geschäftsführung gab es für die Kunden und ihre Projekte die Projektmanager:innen mit ihren Projektteams aus Entwickler:innen, Data Scientists und Data Analysts. Das skaliert aber nur bedingt, denn mit jedem zusätzlichen Projekt und jedem neuen Kunden wächst der Abstimmungsaufwand für die Geschäftsführung.

Wir haben deshalb sehr ausführlich überlegt, recherchiert und intern wie extern diskutiert, wie sich das verbessern lässt. Die Ideen reichten von klassischen Teamleitungen bis zu Circles, die im Unternehmen eigenständig agieren. Entschieden haben wir uns am Ende dafür, zwei neue Rollen einzuführen:
- Client Leads sind nach außen gerichtet. Sie sorgen dafür, dass unsere Kunden zufrieden sind und wir Projekte gemeinsam mit ihnen erfolgreich umsetzen. Außerdem bilden sie die Projektmanager:innen aus, betreuen sie und berichten die Ergebnisse aus den Projekten an die Geschäftsführung.
- People Leads kümmern sich um die internen Aspekte, also um unsere Entwickler:innen, Data Scientists und Data Analysts: um ihre Weiterbildung, um Feedbackgespräche und auch um das Recruiting neuer Mitarbeitender.

Unser wichtigstes Learning: Die Konzeption braucht Zeit, die Umsetzung umso mehr. Es ist wichtig, alle Beteiligten einzubinden, die Veränderung vorher klar im Unternehmen zu kommunizieren und Raum für Sorgen, Ideen und Wünsche zu lassen.
Außerdem ist es ein stetiger Prozess, an den sich alle gewöhnen müssen. Die Projektteams haben neue Ansprechpersonen und teilweise andere Prozesse. Die Leads tragen mehr Verantwortung, haben ein neues Aufgabengebiet und lernen viel dazu. Und auch wir als Geschäftsführer mussten und müssen uns immer noch daran gewöhnen, mehr zu delegieren und darauf zu vertrauen, dass unsere Leads Dinge eigenständig lösen.
Zurückblickend: wir würden es wieder genauso machen. Wir haben ein super Team, in dem es Spaß macht zu arbeiten und man merkt spürbar, wie wir zusammen mit mehr Energie und zusätzlichen Händen tolle Dinge verwirklichen können.
Learning 10 (2026): Speak about what you have done
In den letzten Jahren haben wir viele spannende und innovative Projekte umgesetzt, und unser Geschäft mit Bestandskunden läuft sehr gut. Mit wachsender Größe haben wir aber gemerkt, dass es schwieriger wird, auf dem bisherigen Weg genügend Neukunden zu gewinnen. Dies beruhte bis dahin vor allem auf eingehenden Anfragen und Weiterempfehlungen unserer bestehenden Kunden. Unsere Erkenntnis: Gute Arbeit allein reicht nicht, man muss auch darüber sprechen.
Deshalb erzählen wir seit diesem Jahr deutlich mehr über das, was wir machen: auf LinkedIn und Instagram, in Workshops und als Speaker auf Veranstaltungen. Mehr dazu ist auf www.mattis-hartwig.de zu finden. Und ja: Auch dieser Blogbeitrag ist ein Stück gelebtes Learning Nummer 10.




Danke für 10 Jahre!
Zehn Jahre singularIT wären nicht möglich gewesen ohne unser großartiges Team, ohne unsere Kunden, die uns ihr Vertrauen schenken, und ohne alle Partner, die uns auf diesem Weg begleitet haben. Vielen Dank dafür! Wir freuen uns auf die nächsten zehn Jahre, auf spannende Projekte, tolle Erinnerungen und viele weitere Learnings.
Sie haben Fragen zu einem der Learnings oder möchten sich austauschen? Schreiben Sie uns gerne auf LinkedIn (Mattis, Felix) oder über unser Kontaktformular. Persönlich kennenlernen können wir uns zum Beispiel auch bei unserem nächsten Netzwerkevent am 10. November 2026: KI-Bilderkennung am Tischkicker erleben.
Mattis Hartwig & Felix Hammann, Gründer und Geschäftsführer der singularIT
